Bachbeet


Bachbeet 2010/11
Radierung, Siebdruck
Auflage: 8 Mappen
Preis: 7.000,- (exkl. Mwst.)

Der Text „graphik“ ist die Umarbeitung eines Gedichtes von Reinhard Priessnitz. Dasselbe betitelt „tragödie“ befindet sich in dem Band „vierundvierzig gedichte“ edition neue texte, literaturverlag droschl

graphik
mir, da zum wasser ich herbeigeeilt, / nach dem ich ja solange ausschau hielt, bleibt weiss jetzt, was bach ist. / darüber sich die striche rhytmisch stellen, so dass das blattwerk als auch licht, / in einer melodie herniederprasselt, die ihresgleichen in dem weiss jetzt sucht.
- jawohl jetzt flecken, es ist ein wenig kühn; / indes, wie sollt ich´s strichelnd finden: (selbst) ruhelos, von strichen nicht zu fassen, / lass ich das nass vor stock und stein in sinn mir kleben; leg der leere auch, / in der ich eben bin, noch träumerisch, das siebgewebe um (ich will beflecken) / und hol´pre strolpernd in des wassers szenen, erträume flecken - hinterlasse kringel blau, / die, in heitrer erregung übertragen, mir zeigen, was zu zeigen ich versucht bin.


  

 

 

Der Wassermaler

 

Der Wassermaler 2010
Text: Helmut Heißenbüttel
Graphiken: Eric Neunteufel

Der Text „Der Wassermaler“ 1961 von Helmut Heißenbüttel im Walterverlag Olten und Freiburg im Breisgau erstveröffentlicht, wurde von
Eric Neunteufel in 7 Graphiken nachempfunden.
Heute ist der Text in den Textbüchenern 1-6. Klett-Cotta, Stuttgart 1980 zu finden.
Der Bleisatz für den Lauftext aus der 14 Punkt Times-Antique wurde von Friedrich Brandstetter auf einer Linotype-Setzmaschine erstellt.
Die Lithoarbeiten kamen von Angelika Kreilinger. Die Klischees wurden von der Firma Merkur-Repro geätzt. Walter Haunsperger
druckte Text und Bilder in Absprache mit Eric Neunteufel auf einem Heidelberger Tigel auf 150g Hanemühle Büttenpapier.

Papierformat: 23,5 x 35 cm
Druckformat: 18 x 20 cm
Bleisatz: B: 12,5 cm, H: variabel
Auflage: 45 Mappen 
Preis: 900,- € (exklusive 13 % Mwst.)

         
       

 

 

Müßiggang in Bügelfalten

 
Müßiggang in Bügelfalten 1991-94

Über nicht unbedingt notwendige Bewegungsabläufe

Das ist ein Laufen und Springen, Klettern, was heißt Klettern, das ist eher ein Laufen die steilsten und höchsten Felswände hinauf, das ist ein Schießen in Tore, ein Werfen in Körbe, das ist ein Schwimmen in allen Stilen, das ist ein Fahren auf Rädern, ein Fahren in Fahrzeugen jeglicher Art, ein Galoppieren und Traben, ein Gleiten und Rutschen, ein Segeln zu Wasser und durch die Luft, das ist ein Hinabgleiten, ein Wüten querüber die Welt, dass es nur so scheppert. Da bedarf es selbstverständlich der entsprechenden Kleidung, eigener Tracht. Den es wäre ja nicht auszudenken, beginge der Zuschauer den Fehler, einen Körbewerfer mit einem extrem Kletterer zu verwechseln. Da bedarf es schon des unterschiedlischsten Schuwerks. Und die Turnhose soll der Großvater im Schrebergarten tragen. Vorbei sind die Zeitläufe der stolz vor sich hergetragenen Bierbäuche, der Stelzenfriedhöfe, des Mittels Semmelknödeln und anderer Köstlichkeiten strebsam erworbenen Stiernackens. Der Erfolgreiche, die Erfolgreiche haben auszuschauen wie Angehörige der Arbeiterklasse aus dem 19. Jahrhundert. Barocke Körper sind fast nur mehr im Vorstadtgasthaus zu entdecken. Aber selbst die eleganteste, intensivste Bewegungsart gleitet etwas ins gewöhnliche ab, wird sie von zu vielen betrieben. Hundert Golf- oder Tennisspieler sind ja etwas besonderes, Millionen jedoch vermindern das Ansehen des Einzelnen. Ach, könnte doch jeder die Geschichte des Kolonialreiches hinter sich wissen. Wie elegant wären da die Strategien, eine Seeschlacht, wie exklusiv die Kleidung.
Britania rules the Waves. It´s Teatime, Sir. Ach, der britische Rasen. Oh Schlagballspiel mit Punktwertung! Zwei Mannschaften stehen einander gegenüber. Die Schlagpartei besteht aus zwei Schlägern vor den Crickettoren und weitern neun Spielern, die sie ablösen. Die Fangpartei besteht aus einem Werfer, einem Torwächter und neun Feldspielern, und so weiter und so fort. Welch gezügelte Männlichkeit! Was für Bewegungsabläufe auf dem Spielfeld! Und welch Luxus an Zeit! Ganz einfach Zeit zu haben. Mögen andere Spiele nach Sekunden und Minuten gezählt werden; hier dauern Spiele, internationale Spiele, drei bis sechs Tage mit etwa sechs Stunden Spielzeit pro Tag. Und auch der gewöhnliche Mensch kann Teilhaben. Da sind die Dressen zu waschen, zu stärken und zu bügeln. Da sind die Schuhe zu pflegen. Da ist darauf zu Achten, dass alles ordentlich bereit liegt. Man bedenke die drei bis sechs Tage! Ach, wer einmal bei einem Wettbügeln, einem Wettwaschen auf dem Cricketfeld dabei sein durfte.

Die Orthographie des Textes wurde für die Homepage bearbeitet.
Text/Montage: Werner Herbst
Papierformat: 36 x 51 cm
Druckformat: Radierung/Aquatinta: unterschiedlich
Siebdruck: 9 x 9 cm (unregelmäßig)
Die Siebdruckteile entstanden in Zusammenarbeit mit Franz und Guggi Leininger sowie Andreas Stark
Auflage: 14 Mappen  
Preis:  6.500,- € (exklusive 13 % Mwst.)

 

   

 

 

Rasenmähen

 
Rasenmähen 1988

Dass Druckgraphik heute auch in Österreich wieder einen anderen Stellenwert bekommt, ist neben vielen anderen Faktoren auch der Widersetzung gegen jedwede leicht konstruierbare artifizielle Computersprachlichkeit zu sehen. Eric Neunteufel zeigt dies unmissverständlich und fast ein wenig zynisch am Thema Rasen, eine Kategorie, die in vielen Comuterspielen beheimatet ist und dort trotz aller Realimitation niemals jene Aussagestärke bekommt, die in den neun Radierungen in - wenn man so will - Monatsschüben vorgezeigt werden. Neunteufel emanzipiert quasi Objekt und handelndes Subjekt, also Rasen und Rasenmäher oder Rasenbearbeiter, gleichgültig, ob als Mensch oder Werkzeug oder Maschine vorhanden, stellt Natur und Künstlichkeit handlungsmäßig gegenüber und macht aus dem Trivialgeschehen die einmalige Tat: Nicht im Sinn der Momentaufnahme der Fotographie, sondern in einer Art Stimmungsmaschine, die letztlich Tätigkeit von Tätigkeit betroffen sein gleichstellt und damit symbolhaft das Zeichen gibt, dass die Betrachtung der Welt nicht in Antipoden zerfallen muss, auch nicht in der Trivialität des Themas, nicht innerhalb der Zeit, und nicht zwischen Natur und Kultur. Raffiniert, sophistisch und für jeden verständlich diese Umsetzung alter philisophischer Überlegungsstrategien.
Prof. Manfred Wagner

Papierformat: 50 x 29,8 cm
Plattenformat: 26,8 x 16,1 cm
Auflage: 11 Mappen  
vergriffen

 

         

 

 

Wanderweg


Wanderweg 1988

Der Wandersmann trägt auf dem Rücken im Reise Fell, was nit fassen können, der Schiebsack und die Tasche.
Decket sich mit dem Reißmantel.
Hält in der Hand den Wanderstab, daran er sich halte.
Hat von Nöten eine Wegzehrung, welche sich in dem Schiebsack neben dem Fotoapparate finde.
Auch hat er von Nöten einen getreuen und gesprächigen Gefährten, welchen er zeigen möge das Wasser, die Wolken, die Gesangvögel, die Bäume und Felder.
Auch ist er im stande dieselben abzupausen mit dem Licht der Sonne und dem Apparate, welchen er mit sich führt.
Wegen des Fußsteiges, wann es nit ist ein gebahnter Pfad, verlasse er nit die Landstraße.
Die Abwege und Scheidwege betriegen und verführen an unwegsame Oerter.
Nit so sehr die Krummwege und Kreuzwege; Demnach so forsche er bey den begegnenden, welche Weg er gehe müsse.
Die Bitte, der Fremde moege mit dem Apparate die beiden Wandergefährten auf einem Foto zur Ansicht bringen, findet Gefallen und macht später erinnern.
 
Erweiterter Text aus der Bilderfibel „Orbis sensualium pictus“ (1653, Die sichtbare Welt);
Comenius, Johann Amos, 1592 - 1670

Die beiden Wanderer tragen einen Fotoapparat mit sich. Wird von dem Apparat oft gebrauch gemacht, ist darauf zu achten die ganze Wanderung auf die bestmögliche Abbildbarkeit der Natur auszurichten und das eigene Verhalten darauf abzustimmen, ein gutes Bild im Album abzugeben. Nur so kann es nämlich im abwechselnden Gebrauch des Apparates geschehen, dass sich einer der Beiden in sein Bild plus Natur umwandelt. Je abgepauster -  desto Erlebnis.
„Den Blick schweifen lassen“ wird zu einem unentwegten Ausschnitt suchen und - finden.
Die Ausschnitte sind nur scheinbar selbst gewählt.
Die Abpause der Fotos (mittels des Übertragens auf die Kupferplatte) stellt dem auf dem Foto abgelichteten in der Form dar, wie sich umgekehrt beimWanderer, während des fotografiert werdens, ein abgepaustes Verhalten einstellt.

Papierformat: 35 x 52 cm
Druckformat: 20 x 20 cm
Technik: Radierung/Aquatinta
Auflage: 15 Mappen  
Preis: 4.000,- € (exkl. Mwst.)

   


 


 

Warum die Sonne scheint, wenn ich aufgegessen habe


Warum die Sonne scheint, wenn ich aufgegessen habe
1988

Eric Neunteufel und Joachim Kern

Papierformat: 50 x 70 cm
Druckformat: variabel
Technik: Linolschnitt
Auflage: 15 Mappen  
Preis: 5.000,- € (exkl. Mwst.)

 

  

  
 

 

 

Wunschkonzert


Wunschkonzert 1999

Sehnsucht, Einsamkeit, Heimat, Sentimentalität, Kitsch ... All diese Begriffe werden zum Thema "Wunschkonzert" assoziert.

"An gemeinsamen Drucktagen im Atelier haben wir immer wieder im Radio Burgenland das Wunschkonzert gehört. Einerseits um die Sentimentalität anderer zu belächeln, andererseits hat uns die eigene manchmal eingeholt ..."


Radierung, Siebdruck und Linolschnitt
Die Linolschnitte sind größtenteils von Joachim Kern

Papiergröße: 36,8  x 52 cx
Druckformat: variabel
Auflage: 20 Mappen  
Preis: 6.000,- € (exkl. Mwst.)

      
 

 

 

Hunderennen


Hunderennen 1997

Graphikmappe mit 9 Blättern
Radierung und Siebdruck